DER DEUTSCHSPRACHIGE NEPHROLOGIE-PODCAST

Wissen, das zur Niere geht.

Expertengespräche für Ärzte, Fachpersonal und Interessierte — produziert im Nephrologischen Zentrum Villingen-Schwenningen.

▶ NEUESTE EPISODE • Juni 2026

Moderatoren:

Daniela Schmiedeke, Bernd Hohenstein

Prof. Dr. med. Martina Guthoff

Posttransplantationsdiabetes (PTDM): Das unterschätzte Risiko nach der Nierentransplantation

Eine Nierentransplantation ist für viele PatientInnen ein Neustart, der jedoch häufig von einem neu aufgetretenen Posttransplantationsdiabetes (PTDM) begleitet wird. In dieser Folge von Niere2Go sprechen Bernd und Daniela mit der Nephrologin Prof. Martina Guthoff über dieses oft zu spät erkannte Versorgungsthema. Häufig liegt schon vor der Transplantation ein unentdeckter, gestörter Glukosestoffwechsel vor. Angesichts einer Prävalenz von bis zu 50 % allein beim Prädiabetes gefährdet der PTDM die Transplantatfunktion und das Gesamtüberleben massiv. Neben klassischen Faktoren wie Alter oder Adipositas treibt vor allem die Immunsuppression das Diabetesrisiko voran: Glukokortikoide verursachen eine Insulinresistenz, während Calcineurin-Inhibitoren (CNI) wie Tacrolimus die Insulinsekretion hemmen. Das klinische Screening ist tückisch, da Nüchternzucker und HbA1c in der frühen Phase oft unauffällig sind. Hier empfiehlt die Expertin als pragmatische Alternative eine strukturierte Blutzuckermessung nachmittags gegen 16 Uhr. In der frühen Posttransplantationsphase bleibt Basalinsulin der Goldstandard, um die körpereigenen Betazellen vor Glukotoxizität zu schützen. In stabilen Phasen nach der Entlassung eröffnen moderne Antidiabetika neue Wege: SGLT2-Inhibitoren und inkretinbasierte Therapien (wie GLP-1-RA) zeigen in retrospektiven Daten vielversprechende kardiovaskuläre und renale Vorteile. Wichtig für die Praxis: Aufgrund der verzögerten Magenentleerung unter Inkretika sollten die CNI-Spiegel nach ein bis zwei Wochen kontrolliert werden. Als zentralen Tipp rät Prof. Guthoff, das Screening mittels OGTT und die Konditionierung der PatientInnen bereits auf die Warteliste vorzuverlegen.

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Kidney Week Talk 2024 – Folge 2

Gast: Jan Kielstein, Leonie Kraft und Paul Brinkkötter

Im heutigen Kideny Week Talk treffen sich Leonie Kraft aus Stuttgart, Paul Brinkkötter aus Köln, Jan Kielstein aus Braunschweig und Moderator Bernd Hohenstein um Eindrücke zusammenzutragen, die heißesten Themen des Tages zu besprechen und gemeinsam zu diskutieren. Geprägt war der Tag von der ersten High-Impact Clinical Trials Sitzung und Late-Breaking Science Sitzungen, begleitet von mehreren hochrangigen Publikationen.

Der Kidney Week Talk 2024 – Folge 1

Gast: Jan Kielstein, Thomas Weinreich und Moritz Schanz

In der heutigen Folge haben wir erstmalig eine Talkrunde versteckt. Jan Kielstein aus Braunschweig, Moritz Schanz aus Stuttgart, Thomas Weinreich sowie Bernd Hohenstein aus Villingen-Schwenningen sitzen auf der Sonnenterrasse des San Diego Convention Center, um über wichtige Themen der KidneyWeek 2024 zu sprechen. In der ersten Plenarsitzung wurde die Kidney Week 2024 von einem hochkarätigen Speaker mit einem der wichtigsten Themen unserer Zeit eröffnet. Die State-of-the-Art Lecture kam von David Rhew, Global Chief Medical Officer & Vice President of Healthcare bei Microsoft in Redmond. Er sprach zum Titel “Accelerating Health Care Innovation in Nephrology with Artificial Intelligence." Hier sind unsere Assoziationen und Gedanken dazu.

Mein erstes Paper im New England Journal of Medicine

Gast: Dr. Katharina Mayer, Allgemeines Krankenhaus Wien & Dr. Felicitas Hengel, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Ein Gespräch mit Dr. Katharina Mayer und Dr. Felicitas Hengel während der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie 2024 in Berlin. Die beiden Ärztinnen konnten als Erstautor:innen im Mai erfolgreich und zeitgleich eine Arbeit im New England Journal of Medicine veröffentlichen. Daniela und Bernd sprechen mit den beiden Assistenzärztinnen darüber, wie ihnen dies gelungen ist, welche Emotionen und Arbeit sich hinter so einem herausragenden Resultat verbergen und welche Gedanken sich Katharina Mayer und Felicitas Hengel über die nähere Zukunft machen.

Mind the Gap: Impfen bei Nierenkrankheiten

Gast: Prof. Dr. Matthias Girndt, Klinik für Innere Medizin II für Nephrologie, Rheumatologie, Endokrinologie/Diabetologie. Universitätsmedizin Halle

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Mathias Girndt In dieser Folge diskutieren Daniela und Bernd mit Prof. Mathias Girndt die Bedeutung von Impfungen bei Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen (CKD), insbesondere im Kontext von Dialyse und Transplantationen. Nach der Covid-Pandemie, in der viele sich als Impfungsexperten fühlten, betont diese Episode die Notwendigkeit, das Thema Impfungen bei CKD-Patienten ernst zu nehmen, da sie aufgrund ihres geschwächten Immunsystems und ihrer spezifischen Gesundheitsbedürfnisse besonders anfällig für Infektionen sind. Professor Girndt, ein Experte auf diesem Gebiet, hebt hervor, dass CKD-Patienten spezielle Impfempfehlungen benötigen und dass Nephrolog:innen eine aktive Rolle in der Impfberatung und -durchführung übernehmen sollten, anstatt dies ausschließlich Hausärzten zu überlassen. Ein weiterer Schwerpunkt der Folge liegt auf den spezifischen Impfungen, die für CKD-Patienten empfohlen werden, darunter Influenza, Pneumokokken, Hepatitis B und neuerdings auch RSV. Prof. Girndt erläutert die Herausforderungen bei der Impfung von CKD-Patienten, wie die geringere Immunantwort und die Notwendigkeit höherer oder zusätzlicher Impfdosen. Auch die Impfung von transplantierten Patienten wird besprochen, wobei die Wichtigkeit der Vermeidung von Lebendimpfstoffen aufgrund der Immunsuppression hervorgehoben wird. Abgeruundet wird das Gespräch mit einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen, wie die potenzielle Einführung eines Impfstoffs gegen das Zytomegalievirus (CMV), der das Management von Infektionsrisiken bei transplantierten Patienten erheblich verbessern könnte.

IgA-Nephritis – Update 2024

Gast: Prof. Dr. Jürgen Floege, Seniorprofessor, RWTH Aachen

Ein Wiederhören mit Prof. Dr. Jürgen Floege In dieser Folge von Niere2go diskutieren Bernd und Daniela mit Professor Jürgen Floege über die Weiterentwicklung der Therapien bei der IgA-Nephropathie. Professor Flöge berichtet, dass er trotz des Ruhestands noch aktiv an der Forschung beteiligt ist und die Entwicklungen in der Nephrologie aufmerksam verfolgt. Er sei mit seiner Karriere in der Nephrologie rückblickend rundum zufrieden. Kerninhalt des Gesprächs sind die neuen Medikamente und Therapieansätze für die IgA-Nephropathie, darunter verkapseltes Budesonid und die Endothelin-Rezeptor-Antagonisten. Die laufenden Studien zur Komplementblockade und der Hemmung des BAFF/APRIL Signalwegs deuten ebenfalls vielversprechende Effekte an. Floege betont, dass neue Therapien, trotz möglicher Nebenwirkungen eine wichtige Rolle bei der Reduzierung der Proteinurie spielen und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen können. Zudem wird die Bedeutung der Biopsie in der Diagnose und Therapieplanung betont, um eine genaue und personalisierte Behandlung zu gewährleisten. Prof. Floege äußert die Hoffnung, dass durch die neuen Behandlungsmöglichkeiten die Zahl der Dialysepatienten mit IgA-Nephropathie in Zukunft reduziert werden können.

Geriatrische Nephrologie

Gast: Prof. Dr. Ute Hoffmann, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie, Krankenhaus Barmherzige Brüder, Regensburg

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Ute Hoffmann. In dieser Episode von Niere2Go diskutieren Bernd und Daniela mit Frau Prof. Ute Hoffmann über die geriatrischen Aspekte in der Nephrologie. Prof. Hoffmann, die als Internistin, Nephrologin und Geriaterin tätig ist, betont die Wichtigkeit der Behandlung älterer Patienten, deren chronische Nierenerkrankungen oft mit anderen gesundheitlichen Einschränkungen einhergehen. Ein zentrales Thema ist die Polypharmazie und die Notwendigkeit, die Medikamentenpläne auf das Wesentliche zu reduzieren, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Prof. Hoffmann betont, dass geriatrische Assessments helfen, den klinischen Zustand der Patienten besser einzuschätzen und individuelle Therapieentscheidungen zu treffen. Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die Verbesserung der medizinischen Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und strukturierte Weiterbildungsprogramme. Prof. Hoffmann beschreibt, wie wichtig es ist, dass alle Beteiligten – von Ärzten bis zu Pflegepersonal und Transportdiensten – in der Kommunikation und Betreuung älterer Patienten geschult werden. Sie hebt hervor, dass eine ganzheitliche Betrachtung, die auch die sozialen und kognitiven Aspekte berücksichtigt, essenziell für die Behandlung geriatrischer Patienten ist. Die Episode unterstreicht auch Notwendigkeit, geriatrische Aspekte stärker in die nephrologische Praxis zu integrieren, um die Betreuung älterer Patienten nachhaltig zu verbessern.